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DGEG - Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V.
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Die DGEG vor 50 Jahren - Rückblicke

Unter dem Titel „Die DGEG vor 50 Jahren“ wollen wir Ihnen Einblicke geben über das Vereinsgeschehen vor 50 Jahren. Die 1970er Jahre waren Aufbruchsjahre der DGEG. Dabei waren auch damals Restriktionen aller Art gegeben, finanziell, räumlich, organisatorisch. Von einer zweimonatlichen Erscheinungsweise der EisenbahnGeschichte war nicht mal zu träumen. Der Vorläufer der EisenbahnGeschichte, die DGEG-Nachrichten, erschienen erstmals im März 1974. Von 1967 bis 1973 gab es in unregelmäßigen Abständen insgesamt 15 Rundschreiben an die Mitglieder. Diese Rundschreiben werden für unsere Rückblicke ausgewertet. In ihren Texten finden sich Fakten und Erwartungshaltungen, die uns heute bestens bekannt sind. Es war damals wirklich nicht alles besser! So findet sich schon auf der ersten Seite des 5. Rundschreibens vom November 1969 der Begriff „angespannte Finanzlage“. Alle Beiträge von Winfried Rauschkolb


Teil 3

Klicken zum Vergrößern Ende 1970 gehörten der DGEG bereits 25 Fahrzeuge: fünf Regelspur- und acht Schmalspurfahrzeuge in Dahlhausen, drei Triebfahrzeuge in Erndtebrück, ein Bi in Ottenhöfen, eine Lok und zwei Wagen auf der Jagsttalbahn sowie fünf weitere Loks an verschiedenen Standorten. Schon Ende 1970 wurde vorhergesagt, dass es nicht möglich sein werde, alle Regelspurfahrzeuge geschützt in Dahlhausen unterzubringen. Was die Schmalspurfahrzeuge anging, musste der Plan, sie in Prien am Chiemsee zu präsentieren, zu den Akten gelegt werden, da dies die finanziellen Möglichkeiten der DGEG überschritten hätte.
Im Oktober fand eine Mitfahrt in einem Nahgüterzug mit der 082 008 und 082 040 statt, ein Diavortrag zur Nassauischen Kleinbahn sowie eine Streckenwanderung auf der längst abgebauten Strecke nach Nastätten folgten tags darauf. Im November konnten eine Führung im AW Braunschweig und eine Besichtigung der VW-Werksbahn in Wolfsburg sowie eine Mitfahrt in einem Güterzug, geführt von 044 064, von Hamm nach Warburg angeboten werden.
Letzter Fahrzeugkauf des Jahres 1970 war der Post-Packwagen 3335 der WLE, gebaut 1900 von Killing & Sohn in Hagen, der seitdem in Dahlhausen steht. Der Arbeitskreis Jagsttal konnte Oktober/November 1970 die Lok „Helene“ lackieren. Und es bildete sich der Arbeitskreis Ottenhöfen (Achertalbahn). Die Dampflok 28 wurde ebenso wie mehrere historische Wagen von der SWEG hauptuntersucht.

Foto: Die Lok 66 002 gehörte mit zu den Fahrzeugen, die Ende 1970 im Bw Erndtebrück hinterstellt waren, bevor sie nach Dahlhausen überführt wurden. Hier eine Aufnahme vom Bahnhofsfest in Herbede am 10. Juli 1977. | Foto: Winfried Rauschkolb
 


Teil 2

Klicken zum VergrößernWas geschah im dritten Quartal 1970? Am 20. Juni 1970 fand als erste Fahrt der Reihe DGEG-intern eine kleine Sonderfahrt mit der Dampflok 086 174 von Ebersdorf bei Coburg nach Fürth am Berg statt. Die Strecke sucht man heute vergeblich. Die ursprünglich bis Neustadt bei Coburg reichende Bahnlinie wurde bereits 1945 unterbrochen, da sie auf einigen wenigen Kilometern durch Thüringen verlief. Der Reisezugverkehr wurde 1975 eingestellt, letzte Streckenreste bis 1992. Nach der Fahrt wurde das Bw Coburg besichtigt. Auch dieses Bw wurde Mitte der neunziger Jahre aufgegeben.
Am 25. September erfolgte schon die zweite Exkursion. Besichtigt wurde das AW München-Freimann. Vermutlich konnte sich keiner der Teilnehmer damals auch nur entfernt vorstellen, dass 25 Jahre später das AW geschlossen würde. Am 26. September wurde das Bw München Hbf sowie Baustellen der V-Bahn besichtigt. Nun, immerhin gibt es dieses Werk noch und die damals so benannte V-Bahn ist nichts anderes als die Stammstrecke der Münchener S-Bahn. Eine andere Gruppe besuchte am gleichen Tag das damals private Maschinenmuseum von Eberhard Koenig in Eslohe. Dieses Museum ist unter dem Namen „DampfLandLeute“ noch heute zu besuchen und wird nun von einem eingetragenen Verein unterhalten.
In den Berichtszeitraum fällt auch der Ankauf der Dampflok 99 604 der Deutschen Reichsbahn sowie der ELNA 146 BLE, die lange Jahre den Museumszug in Bochum-Dahlhausen gezogen hat. Ebenfalls noch 1970 wurde die Lok HELENE von den Barytwerken in Bad Lauterberg gekauft und unter abenteuerlichen Umständen auf eigentlich nicht vorhandenen Straßen von ihrem Standort an der Grube Hoher Trost zum Bahnhof in Bad Lauterberg gebracht (mehr dazu in Forum 193, EG 96).
HELENE wurde angeschafft, um damit den Museumszugverkehr im Jagsttal aufnehmen zu können, da die zuvor beschaffte 99 633 erst noch aufgearbeitet werden musste, während HELENE noch 1969 eine gründliche Aufarbeitung erfahren hatte. Kurzfristig konnten auch noch zwei Wagen von der Kreisbahn Osterode – Kreiensen für den DGEG-Arbeitskreis Jagsttal erworben werden.

Foto: Lok BLE 146 am Bw Gelsenkirchen-Bismarck, 22. Mai 1976. Anlässlich des Dampfabschieds bei der BD Essen unternahm der Bochumer Museumszug der DGEG Pendelfahrten mit dreiachsigen preußischen Abteilwagen von Wanne-Eickel Hbf zum Bw Gelsenkirchen-Bismarck. | Foto: Winfried Rauschkolb


Teil 1

Was geschah im ersten Halbjahr 1970? Der Verein wurde vom Präsidenten Dr. Joachim Hotz und dem Vizepräsidenten Theodor Horn geleitet. Dieses Führungsduo agierte noch viele Jahre. Die DGEG hatte Ende 1969 538 Mitglieder und damit gegenüber Ende 1968 eine Verdopplung der Mitgliederzahlen erreicht.

Klicken zum VergrößernFahrzeugzugänge: Akkukleinlok Ka 4013 (AEG, Bj. 1930), zwei Handhebeldraisinen der Meppen-Haselünner Eisenbahn, Lok 3 der LPD Berlin (AEG, Bj. 1913) und 99 633 (Esslingen, Bj. 1899) für den Einsatz auf der Jagsttalbahn.

Fahrbetrieb: 1969 begannen die Fahrten der historischen Dampfsonderzüge Achern–Ottenhöfen mit der Lok 28 der SWEG, die 1970 an elf Betriebstagen fortgesetzt wurden. 1970 begannen die Fahrten auf der Tegernseebahn mit der TAG 7 mit zunächst sieben Betriebstagen. Es konnten im ersten Halbjahr 1970 eine Reihe von heute nicht mehr mögliche Sonderfahrten durchgeführt werden wie z. B. mit 065 001 und 065 018 durch Taunus und Odenwald oder mit 038 772 und 064 519 von Tübingen über Balingen nach Rottweil und zurück über die HzL.

Die 3. Jahrestagung der DGEG fand Anfang April in Essen statt, fast durchweg mit Besichtigungen und Fahrten, die heute nicht mehr angeboten werden könnten:

Besichtigung Lokfertigung Krupp (1997 eingestellt)
Besichtigung Hüttenwerke Oberhausen (Gelände ist heute das Centro)
Besichtigung Werksbahnanlagen der Hibernia in Gladbeck (2014 von DB geschlossen)
Besichtigung Straßenbahnbetriebshof der EVAG in Essen (den gibt es noch)
Besichtigung eines Grubenbahnhofs unter Tage (letzte Zeche 2018 geschlossen)
Straßenbahnsonderfahrt Mülheim–Düsseldorf (heute nur mit neuen Fahrzeugen und Umsteigen)
Besuch beim Modell-Eisenbahn-Club Essen (kann man immer noch machen)
Sonderfahrt „Zwischen Ruhr und Wupper“: Essen–Ruhrtal–Schwerte–Wuppertal–Essen mit 191 069, 055 345 und 057 070 und mit Besichtigung im AW Schwerte (z. B. 17 218 …)
Sonderfahrt „Mit Rauch und Dampf zur WLE“ mit 001 199, 023 016, 057 070 und VL 0636 von Essen über Brilon und Belecke nach Wamel am Möhnesee.

Auch 1970 war schon von einer Verzögerung der Auslieferung für das Jahrbuch für Eisenbahngeschichte zu lesen. Der für April 1969 angekündigte Band konnte erst im März 1970 erscheinen. Erstmals erschien 1970 die Schriftenreihe Eisenbahnen und Museen.

Foto: 1970 ein Neuzugang bei der DGEG: Die Akkukleinlok Ka 4013 | Foto: Christian Rauschkolb (September 2018)

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Zuletzt aktualisiert von Rainer.Kolbe am 24.11.2020, 18:01:41. | Verbesserungsvorschlag oder Fehlermeldung