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DGEG - Deutsche Gesellschaft für Eisenbahngeschichte e. V.
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Unsere vorherigen Bilder der Woche:


Bild der Woche Nummer 93 – Nachdem die letzte Fahrt von DGEG Bahnreisen Ende Februar statt fand und alle weiteren Veranstaltungen abgesagt werden mussten, war durch den milden Verlauf der Pandemie im Sommer die Hoffnung entstanden, im Herbst wieder mit Fahrten beginnen zu können. Tatsächlich konnte eine kleine Gruppe vom 11. bis 18. September bei traumhaftem Wetter eine Reise in die Zentralschweiz unternehmen.
Das Bild zeigt die SBB-Lok Ae 6/6 11411 vor dem Erlebniszug San Gottardo in Erstfeld am 12. September vor Abfahrt nach Bodio. Der Zug wurde von SBB Historic betrieben und während der Reise gab es viele Erklärungen durch das Begleitpersonal. So war z. B. in Göschenen auch ein Besuch im sogenannten Visierstollen möglich, der zur Bauvorbereitung des alten Gotthardtunnels gebaut worden war. Nach Rückkehr von der Schweizreise gingen die Infektionszahlen wieder in die Höhe, so dass diese sicher gutgelungene Veranstaltung keinen Neuanfang, sondern nur ein bescheidenes „Es gibt uns noch“ darstellte. Alle weiteren Fahrten für dieses Jahr mussten mittlerweile abgesagt werden. Es bleibt zu hoffen, dass die Situation sich spätestens Ende des Winters wieder beruhigen wird. | Foto: Winfried Rauschkolb

Bild der Woche Nummer 92 – Am 21. Oktober 1980 wurde mit den beiden Loks 220 001 und 265 004 die letzten Exemplare der Vorserienbauart der V 200 sowie der Baureihe V 65 ausgemustert. Die fünf Vorserienloks der V 200 kamen als Pioniere der dieselhydraulischen Großdieselloks 1953 auf die Schienen der DB und prägten mit den folgenden 81 Serienloks und den 50 stärker motorisierten V 200.1 auch durch ihr zeitlos schönes markantes Design sofort das Bild der modernen DB. Nach zwei Ausmusterungen 1978 folgten die drei weiteren Maschinen 1980. Während die DB-Museumslok V 200 002 im Oktober 2005 in Nürnberg verbrannte, existiert die 001 noch heute.
Die 1956 in 15 Exemplaren beschaffte Baureihe V 65 entstammte dem Typenprogramm von MaK, welches basierend auf zwei Vorserienloks von 1951 ab 1953 außerordentlich erfolgreich zwei- bis vierachsige Stangendieselloks mit Motorleistungen zwischen 240 und 1200 PS umfasste, die von Privat- und Industriebahnen im In- und Ausland in großer Stückzahl abgenommen wurden. Die DB setzte nur mit der V 65 auf dieses Pferd und orderte ansonsten speziell für sie entwickelte Typen. Nach ersten Einsätzen im Nahverkehr in Hessen kamen die Loks Anfang der 1960er Jahre in den Norden und wurden in Hamburg und Puttgarden im Rangierdienst eingesetzt. Die Ausmusterungen begannen 1976. V 65 001 ist betriebsfähig und V 65 011 nicht betriebsfähig erhalten. 265 004 landete nach ihrer Ausmusterung für kurze Zeit bei der Bentheimer Eisenbahn und wurde 2006 in Italien verschrottet. Die Aufnahme zeigt sie im April 1978 im Bw Hamburg-Altona. | Foto: Helmut Bittner, DGEG-Archiv

Bild der Woche 091 – Am 5. und 6. Oktober 1955 wurden die beiden Loks 66 001 und 002 von der Firma Henschel an die DB abgeliefert. Die Baureihe 66 stellte die nahezu perfekte Realisierung der Dampflok klassischer Bauart dar. Trotz ihrer geradezu zierlich anmutenden Bauart war sie außerordentlich leistungsfähig und überzeugte mit sparsamen Verbrauchswerten, hervorragenden Laufeigenschaften und guter Beschleunigung. Sie krankte einzig daran, dass die Zeit an ihr vorbeigezogen war und sie schlicht nicht mehr gebraucht wurde. So wie von der letzten Neubaulok-Baureihe 10 wurden nur zwei Exemplare gebaut; 66 001 verfehlte ihren elften Geburtstag in DB-Diensten um drei Tage, 66 002 ihren zwölften um einen Monat. Letztere blieb aber in der Obhut der DB immerhin erhalten und kann, so wie auf der Aufnahme von Dietrich Bothe am 7. Oktober 1985 auch heute noch im Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen bewundert werden.
Bild der Woche 90: Am 30. September 1985 wir mit 613 620, 913 012 und 913 603 die letzte Garnitur der Diesel-Eierköpfe offiziell durch die DB ausgemustert, nachdem sie bereits zuvor als betriebsfähige Museums-Einheit aufgearbeitet und bei den berühmten Nürnberger Paraden zum 150-jährigen Bahnjubiläum eingesetzt wurde. Auch nach ihrer Ausmusterung war dieser ehemalige VT 08 im Museumsverkehr im Einsatz. Der Plandienst für die Baureihe 612 und 613 endete bereits zum Ende des Winterfahrplans 1984/85. Auf der Aufnahme vom 28. Dezember 1981 ist 613 620 als E 3704 aus Braunschweig in Bielefeld angekommen und trifft dort auf den E-Eierkopf 430 111, der als E 3622 aus Hamm in die Leineweberstadt gekommen ist. Der Einsatz der 430er endet schon im Frühjahr 1984, während die verwandte Baureihe 456 immerhin bis 1986 durchhielt. Foto: Dietrich Bothe
Bild der Woche 89 - Am 17. September 1940 wurde mit 01 1105 die letzte von 55 gebauten Exemplaren der schweren Stromlinienloks von der Deutschen Reichsbahn abgenommen. Die weiteren in Auftrag gegebenen Loks bis zur Nummer 01 1205 wurden zu Gunsten „kriegswichtiger“ Güterzugloks storniert. Und auch die wenigen gelieferten Loks haben niemals die für sie vorgesehenen Leistungen mit schnellen Zügen gefahren. Die elegante Verkleidung wurde nach kurzer Zeit auf das für die Kesselisolierung notwendige Maß zurückgebaut und verlotterte zusehends.
Nach dem Krieg folgte zunächst die komplette Entfernung der Stromlinienverkleidung und später die Neubekesselung sowie die Ausrüstung der meisten Maschinen mit Ölfeuerung. In diesem Zustand leisteten die Paradepferde der Bundesbahn Dienst bei den Bw Bebra, Kassel, Osnabrück, Hamburg-Altona und zum Schluss Rheine. 012 105, wie die Lok seit 1968 hieß, ist auf der Marschbahn im August 1970 bei Heide unterwegs.
Foto: Helmut Bittner, DGEG-Archiv

Bild der Woche Nummer 88 – Nachdem 1965 vier Vorserienloks der Baureihe E 03 den Versuchsbetrieb aufnahmen, begann die Serienlieferung der Baureihe 103 mit der Lok 103 109 am 8. September 1970, der bis 1974 weitere 144 Loks folgten. Am 3. Juni 1976 wartet der Erstling in Hannover Hbf mit der nicht ganz standesgemäßen und ziemlich bemerkenswerten Wagengarnitur des E 2077 nach Frankfurt auf die Abfahrt. Der Zugbegleiter überreicht gerade die Papiere an den Lokführer. 103 109 unterschied sich von ihren Schwestern durch den mit einer silbernen Farbfläche unterlegten Lüfterbereich. Noch trägt die Lok Scherenstromabnehmer und Schürze im Frontbereich.
Bild der Woche Nummer 87 – Vor 50 Jahren wurde am 24. Juni 1970 mit der Lok 098 812-1 die letzte Bundesbahndampflok einer nicht-preußischen Länderbahnbauart ausgemustert. Die Lok war 1914 als bayerische GtL 4/4 2562 von Krauss unter der Fabriknummer 6911 gebaut worden. Damit war sie eine der nur dreizehn Loks ihrer Bauart, die 1911 (2 Lok) und 1914 von der K.Bay.Sts.B. beschafft wurden. Von 1921 bis 1924 beschaffte dann die Deutsche Reichsbahn weitere 87 Loks noch unter bayerischer Nummer und schließlich 1927/28 die Gruppenverwaltung Bayern noch einmal 17 Loks mit Reichsbahnnummer. 29 Loks wurden von 1934 – 1941 zwecks Erhöhung der Geschwindigkeit mit einer vorderen Laufachse versehen und als 98 1101 – 1129 eingereiht. Zusammen mit den von 1929 bis 1933 nachgebauten 98 1001 bis 1045, die eine hintere Laufachse aufwiesen, dominierten diese Bauarten den Lokalbahnverkehr in Bayern bis Anfang der 1960er Jahre.
Am 22. November 1966 wurde 98 1005 als letzte ihrer Baureihe ausgemustert. 98 1125 wurde formal, aber nicht tatsächlich umgezeichnet, sondern unter der neuen Nummer 097 125-9 am 12. März 1968 als letzte ihrer Art ausgemustert. Die Nachbaulok 098 886-5 folgte als vorletzte ehemalige GtL 4/4 am 4. März 1970. 098 812-1 konnte am 21. Juni 1970 mit einem DGEG-Sonderzug von Würzburg über Gemünden (hier war 140 275 am Zug), Bad Kissingen und - Schweinfurt zurück nach Würzburg aus dem aktiven Dienst verabschiedet werden, ehe sie am 23. z-gestellt und dann am 24. Juni ausgemustert wurde. Das Bild zeigt den Sonderzug bei Weikersgrüben.
Während 98 812 als Hauptpreis eines Preisausschreibens zunächst bei einem Privatmann landete, wurde 98 886 in Schweinfurt als Denkmal aufgestellt. Glücklicher Weise überlebten 98 812 (nicht betriebsfähig bei den Ulmer Eisenbahnfreunden) und 98 886 (seit Anfang 2020 wieder betriebsfähig beim Rhönzügle in Fladungen) bis in die heutige Zeit.
Foto: Helmut Bittner (Sammlung DGEG-Archiv)

Bild der Woche 86 - Georg Dollwet konnte im März 1976 noch die nummernmäßig interessante Kombination 050 607-1 (Henschel, Bj. 1940, Fabrik-Nr. 25826) und 052 607-9 (BMAG, Bj. 1942, Fabrik-Nr. 11857) im Bw Dillingen fotografieren. Die buchmäßig im Bw Saarbrücken beheimateten Loks waren bis Ende Mai 1976 vor schweren Güterzügen als letzte Dampfloks der DB im grenzüberschreitenden Verkehr auf der Niedtalbahn im Einsatz. Hauptbeschäftigung der 50er in Dillingen waren Güterzüge nach und von Bouzonville in Frankreich, u. a. auch vor den „Suppenzügen“ (= Flüssig-Roheisen-Züge) der Dillinger Hütte. Man sah die Loks auch vor Übergaben zu den Fordwerken in Saarlouis und sogar noch im Frühjahr 1976 vor Personenzügen auf der Primstalbahn zwischen Lebach und Neunkirchen bzw. Dillingen.
Ausgemustert wurden beide Loks am 11. Juni 1976. Alle Güterzüge fahren heute ohne umzuspannen elektrisch und nehmen daher den Umweg über Forbach. Die Niedtalbahn ist damit ohne Güterverkehr und der Grenzübergang Niedaltdorf liegt brach, einzig fuhren in den vergangenen Jahren zum Karfreitagsmarkt in Bouzonville Pendelzüge. Natürlich sind die in 2020 wegen der Corona-Pandemie ausgefallen. Bleibt zu hoffen, dass diese Tradition 2021 wieder fortgesetzt werden kann.
Die 050 607-1 ist bis heute im Eisenbahnmuseum Hermeskeil erhalten geblieben. Und Georg Dollwet, der Bildautor? Den hat auch 44 Jahre nach diesem Bild die Eisenbahnleidenschaft im Griff, er ist immer noch für die Museumseisenbahn Merzig-Losheim unterwegs.

Bild der Woche Nummer 85 – Im Sommer 1985 – am 30. Juni – endete der Mietvertrag der DB für die dieselelektrische Versuchslok 202 003 und damit der Versuchsbetrieb mit den erstmalig mit Drehstromasynchronmotoren ausgestatteten Loks der Baureihe 202, der mit der Ende 1970 abgelieferten sechsachsigen weißen 202 002 begonnen hatte. Die DB mietete die Lok im Frühjahr 1971 an und 1973 folgten die vierachsige orange 202 003 und die sechsachsige blaue 202 004. Bereits 1977 wurde 202 002 einer anderen Verwendung für die Nederlandse Spoorwegen zugeführt. 202 003 wurde 1982 zur UmAn-Versuchslok (umkoppelbarer Antrieb) umgebaut und erhielt dabei neben einer blauen Lackierung mit auffälligen Zierstreifen auch eine einseitig vorgebaute windschnittige Verkleidung in Form der Baureihe 103. Nach Beendigung der Versuchsfahrten wurde die Verkleidung abgenommen und die Lok bis 1985 im normalen Dienst eingesetzt.
202 002 ist bei heute Bombardier in Kassel noch vorhanden. Die 1983 zurückgegebene 202 004 kann im Technoseum in Mannheim besichtigt werden und 202 003 steht – wieder mit der Verkleidung ausgerüstet – im Deutschen Technikmuseum in Berlin.
Die Aufnahme vom 12. März 1983 zeigt die 202 003 von der unverkleideten Seite bei einer Fahrzeugausstellung in Celle. | Foto Dietrich Bothe

Bild der Woche 84 - Am 8. Juli 1930 wurde mit Eröffnung des letzten Abschnitts von Eibsee zum Schneefernerhaus die Zugspitzbahn auf ganzer Länge in Betrieb genommen. Bereits ab dem 19. Dezember 1929 konnte ab Garmisch gefahren werden. Das Foto vom 10. September 1979 zeigt die Tal-E-Loks Nummer 3, die mit ihrem Zug Garmisch-Partenkirchen verlässt. In Grainau wird die 1929 von AEG gebaute Lok den Zug an einen Zahnradtriebwagen übergeben. Rechts im Hintergrund das Olympiastadion. | Foto Dietrich Bothe
Am 16. Juni 1970 wurde mit 57 2070 des Bw Betzdorf die letzte preußische G 10 der DB z-gestellt, nachdem sie am Vortag bei einer Flankenfahrt schwer beschädigt worden war. Am 22. September 1970 wurde sie ausgemustert. Die 1920 bei Hanomag als Stettin 5471 gebaute Lok wurde 1976 verschrottet. Überlebt hat die DB-Lok 57 3088, die im Juni 1970 mit weiteren drei Schwesterloks ausgemustert worden war. Das Foto zeigt 57 2070 bei einer Sonderzugfahrt am 1. November 1969 in Friedrichssegen an der Lahntalbahn. | Foto Helmut Bittner, DGEG-Archiv

Bild der Woche Nummer 82 – Dass gleich drei Lokomotiven der Baureihe E 32 aufeinandertreffen, dürfte im Regelbetrieb eher selten gewesen sein. Im DGEG-Museum Bochum-Dahlhausen war es am 13. Juni 1976 möglich. Ursprünglich war die E 32 20 museal von der DGEG bewahrt worden. Später wurde sie durch die besser erhaltene E 32 27 ersetzt, wobei der E 32 107 noch einzelne Teile entnommen werden konnte. Jetzt ist die E 32 27 die einzige erhaltene Lok dieser Baureihe. In Bayern würde man sich heute sicher über ein weiteres Exemplar freuen. | Foto Winfried Rauschkolb
Am 1. Juni 1970 stellte die Deutsche Reichsbahn ihr Nummernsystem auf eine neues System um, welches für Datenverarbeitungsanlagen geeignet war. Anders als knapp zweieinhalb Jahre vorher bei der Deutschen Bundesbahn behielten die Dampfloks zweistellige Baureihenbezeichnungen, die Dieselloks und -triebwagen erhielten eine 1 und die E-Fahrzeuge eine 2 als erste Stelle der dort dreistelligen Baureihenbezeichnungen. Bei den Dampfloks war die erste Stelle der vierstelligen laufenden Nummer als Kennzeichen für die Feuerungsart reserviert. 01 520 war 1964 aus 01 162 umgebaut worden und hatte dabei eine Ölfeuerung erhalten; daher wurde in der neuen Nummer die 0 für Ölfeuerung dazwischen geschoben. Am 24. August 1970 steht die in Erfurt beheimatete Lok in Bebra mit D 217 zur Abfahrt nach Berlin bereit. | Foto: Dietrich Bothe
Bild der Woche Nummer 80 – So etwas gibt es heute nicht mehr. Nebenbahnidylle vor vierzig Jahren im lippischen Dörentrup bei Lemgo. Zwei Bahnsteiggleise, diverse Gütergleise, besetzter Bahnhof mit Fahrkartenausgabe und Güterschuppen, Kastanien auf dem Bahnsteig. Im Hintergrund die Dörentruper Sand- und Thonwerke (mit „Th“), deren normalspurige Deutz-Werklok von 1958 gerade zwei Wagen angebracht hat, die dem Nahgüterzug der DB beigestellt werden. Das Personal der Lok übergibt im Bahnhof gerade die Papiere an die DB. So war das am Nachmittag des 29. Mai 1980. | Foto: Dietrich Bothe
Bild der Woche Nummer 79 – Die Sand- und Thonwerke Dörentrup bei Lemgo hatten eine elektrifizierte Feldbahn in Betrieb, die Sand und Ton aus den Gruben zur Weiterverarbeitung ins Werk brachte. Die Eigenbau-Loks waren auf Lorengestellen in einfachster Weise aufgebaut. Beim Überqueren der Bundesstraße 66 – man beachte den zugehörigen Stein mit der Straßenbezeichnung rechts am Straßenrand – war die Oberleitung unterbrochen und normaler Weise wurde mit der unter dem Dach hängenden Kabeltrommel die Stromverbindung zur anderen Straßenseite hergestellt. Am 26. Mai 1966 wurde darauf verzichtet und zwei Arbeiter halfen dem kleine Zug „zu Fuß“ über die Straße. So war das noch bis in die 1980er Jahre zu sehen. | Foto: Gerhard Bothe, Sammlung Dietrich Bothe
Vor 55 Jahren wurden die neuen Stars der DB in Betrieb genommen, die vier E 03 mit einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h! Im Mai 1965 hatte das Mindener Versuchsamt die E 03 002 für die lauftechnische Kurzüberprüfung bei Schnellstfahrten bis 200 km/h auf der Strecke Forchheim–Bamberg im Einsatz. Die Aufnahme entstand am 7. Mai 1965 in Bamberg und zeigt die Lok vor den beiden Messwagen 5048 und 5045 Hannover. Die Pufferverkleidungen der Lok sind entfernt und vor der Lok ist ein Gerüst mit einer Starkstromkupplung aufgebaut, die eine Verbindung zum Messwagen ermöglicht, über dessen Stromabnehmer und Messeinrichtungen der Strom zur Lok übertragen wird, die dann keinen Stromabnehmer am Draht hat. Genutzt wurde diese Einrichtung, wenn die Kollegen vom Versuchsamt München die Leistungsmessungen durchführten.
Foto: Sammlung Garrelt Riepelmeier

Bild der Woche Nummer 77 – Dieser Anblick bot sich dem Besucher am 16. Juni 2012, dem Tag der Offenen Tür anlässlich der zum Jahresende bevorstehenden Stilllegung des Bergwerks Friedrich-Heinrich in Kamp-Lintfort, vom Förderturm in 66 m Höhe. Zur Durchführung von Pendelfahrten war der Museumszug mit der P8 aus Bochum angereist. Die Gleisanlagen innerhalb des Zechengeländes sind inzwischen sämtlich zurückgebaut, und bis auf den Förderturm und etliche historisch wertvolle Backsteingebäude entlang der Friedrich-Heinrich-Straße sind alle Übertageanlagen dem Erdboden gleich gemacht.
Auf dem Gelände findet in diesem Jahr noch bis zum 11. Oktober die Landesgartenschau statt. Über das sanierte ehemalige Zechenbahngleis (ab Rheinkamp) pendeln ab dem 16. Mai als Zubringer an Wochenenden Triebwagen der Nordwestbahn im Stundentakt zwischen Duisburg Hbf und Kamp-Lintfort Süd; Abfahrtzeiten finden Sie auf www.bahn.de.
Die Anlage eines Bahnhofs auf diesem Gelände nach Ende der LaGa ist beschlossene Sache: Kamp-Lintfort ist eine der größten Städte in Nordrhein-Westfalen, die keinen Anschluss an den öffentlichen Schienen-Personenverkehr haben. | Foto: Eckhard Wedding

Bild der Woche Nummer 76 – Im Verlauf der überwiegend eingleisigen Strecke von Kiel nach Flensburg gibt es in Lindaunis eine kombinierte Straßen- und Eisenbahnklappbrücke, die die Schlei überquert, einen Meeresarm der Ostsee. Die Stahlfachwerk-Brücke wurde am 17. Juli 1927 für den Verkehr freigegeben. Im westlichen Teil ist ein Segment klappbar.
Die Besonderheit dieser Brücke ist die wechselseitige Benutzung: Schienen- und Straßenverkehr teilen sich – von Ampeln geregelt – die Passage. Straßenfahrzeuge können die Brücke zudem immer nur in eine Richtung passieren. Für Fußgänger und Radfahrer stehen nur schmale Wege zur Verfügung. Fährt ein Zug über die Brücke, müssen alle anderen warten. Außerdem wird der klappbare Teil tagsüber einmal pro Stunde geöffnet, um Schiffe durchzulassen. Die Bedienung der Brücke erfolgt aus dem Betriebsgebäude vor Ort.
Gegenwärtig wird die Brücke durch einen Neubau ersetzt, eine ebenfalls kombinierte Eisenbahn-Straße-Klappbrücke. Sie entsteht östlich des Altbaus. Die Straße wird auf zwei Fahrstreifen verbreitert, Autos müssen bei Zugdurchfahrten aber weiterhin warten. Fußgänger und Radler bekommen einen drei Meter breiten Weg.
Ansichtskarte: Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 75 – Tw 1122 der Rhein-Hardt-Bahn am 15. April 2012 in der Nähe von Ellerstadt. So hätte auch am 2. Mai diesen Jahres ein Sonderzug der DGEG aussehen können – wenn an diesem Tag nach der Mitgliederversammlung die Fahrt nach Bad Dürkheim möglich gewesen wäre. | Foto: Winfried Rauschkolb
Wegen der Corona-Pandemie mussten Mitgliederversammlung und Rahmenprogramm für Anfang Mai diesen Jahres abgesagt werden (siehe unten), ein Ersatztermin kann gegenwärtig noch nicht genannt werden.

Bild der Woche Nummer 74 – Im Verlauf der 52. Mitgliederversammlung der DGEG Anfang Mai 2019 in Passau fanden mehrere Exkursionen statt, die auch zu den benachbarten Bahnen in Österreich führten. Am 1. Mai besuchte eine Gruppe von rund 70 DGEG-Mitgliedern die Linzer Lokalbahn. Die LiLo ermöglichte es uns, trotz Streckenunterbruchs wegen einer Gleisbaustelle mit zwei außergewöhnlichen Garnituren eine Bereisung mit vielen Fotohalten auf ihrem Netz zu unternehmen. Dabei kamen zwei Doppeleinheiten zum Einsatz, die mangels durchgehender Steuerung jeweils mit zwei Triebwagenführern besetzt werden mussten. Nur durch die gute Nachfrage nach dieser Fahrt war diese aufwändige Betriebsweise möglich geworden.
Eingesetzt wurden die beiden zweiachsigen Triebwagen ET 23.001 der Lokalbahn Linz–Eferding–Waizenkirchen (Graz 1921) und ET 24.101 der Lokalbahn Lambach–Vorchdorf–Eggenberg (Graz 1931), hier bei einem Fotohalt am Haltepunkt Strassfeld. Im weiteren Verlauf der Reise kamen dann auch die beiden SGP-Triebwagen 22.106 und 22.107 zum Einsatz, die heute noch fallweise im Schülerverkehr, aber immer einzeln, eingesetzt werden.
Foto: Winfried Rauschkolb
Ein weiteres Bild der Exkursion zur Linzer Lokalbahn finden Sie als „Bild der Woche Nummer 47“ – blättern Sie hier.

Bild der Woche Nummer 72 – 23 105 war die letzte für die DB gebaute Dampflok. Sie wurde vor rund 60 Jahren am 4. Dezember 1959 abgenommen und ab 7. Dezember im Bw Minden beheimatet. Von dort aus war sie vornehmlich zwischen Hannover und Hamm unterwegs. So traf sie Gerhard Bothe am 17. April 1965 bei regnerischem Wetter in Herford an. Sie hat den Personenzug 1164 von Minden nach Bielefeld am Haken. Nach der Elektrifizierung der alten Cöln–Mindener Eisenbahn wird die Lok im Mai 1968 nach Crailsheim und von dort gut ein Jahr später nach Saarbrücken abgegeben. Hier wird sie bereits am 3. Januar 1972 z-gestellt und gleichzeitig nach Kaiserslautern abgegeben, wo sie am 18. April 1972 ausgemustert wird. Ihre gerade einmal gut zwölfjährige Betriebszeit ist für die Neubauloks der DB leider eher normal. Zunächst findet die Lok bei der DGEG in Neustadt (Weinstraße) Unterschlupf, ehe sie 1984 von der DB für das Bahnjubiläum aufgearbeitet wird. Am 17. Oktober 2005 wird sie bei dem verheerenden Brand in Nürnberg schwer beschädigt. Sie befindet sich heute im Museum in Heilbronn. | Sammlung Dietrich Bothe
Bild der Woche Nummer 73 – Nicht nur in Deutschland arbeitet man an Verlegungen großer Bahnhöfe wie in Stuttgart, Frankfurt und Hamburg. Auch in anderen Ländern gibt es solche Pläne, zum Beispiel in Italien. Der Personenbahnhof der Stadt Bozen in Südtirol soll auf das Gelände des heute nicht mehr genutzten Güterbahnhofs verschwenkt werden. Damit würde die Bahnhofsausfahrt Richtung Norden geschmeidiger verlaufen, und auf dem Gelände, auf dem heute die Gleise des Personenbahnhofs liegen, soll ein neuer Stadtteil entstehen.
Seitens der Bevölkerung gibt es jedoch Proteste, denn zum geplanten neuen Stadtteil gehört auch ein großes Einkaufszentrum, das eine potenzielle Gefahr darstellt für die noch sehr von kleinen Geschäften geprägte Innenstadt.
Das Bild zeigt eine Lokomotive der Baureihe D.345 im Bahnhof von Bozen: Das Foto vom 5. Oktober 2018 zeigt die sehr gepflegte Lok in der sogenannten XMPR-Lackierung. Von der D.345 wurden zwischen 1974 und 1979 insgesamt 145 Exemplare von Reggiane gebaut. | Foto: Rainer Kolbe

Die letzte Reise von DGEG Bahnreisen vor der Corona-Krise führte in das Komitat Zala im äußersten Südwesten von Ungarn. Hier verkehrt bis heute unverdrossen die Waldbahn von Lenti und Csömöder auf einem über 100 km langen Streckennetz in bosnischer Spurweite von 760 mm. Vom 23. bis 28. Februar statteten wir dieser Bahn einen Besuch ab
Die Bahn, die auch heute noch überwiegend dem Holztransport dient, kennt aber wie viele andere ungarische Waldbahnen auch touristischen Verkehr, der sogar einen Platz im ungarischen Kursbuch hat.
Eine Besonderheit dieser Bahn sind zwei Gleiskreuzungen mit einer MAV-Normalspurstrecken und der Umstand, dass die beiden Waldbahnen erst Anfang der 2000er Jahre mittels einer Neubaustrecke miteinander verbunden wurden.
Die Holztransporte werden zumeist mit den kleinen Dieselloks der Reihe C 50 gefahren, aber für die DGEG-Reisegruppe kam die für Touristenfahrten vorgehaltene Dampflok 490.2002 (Resita 1956) zum Einsatz, hier aufgenommen am Abzweigbahnhof Törösznek auf dem Weg nach Csömöder und mal gerade 50 km von der österreichischen Grenze entfernt. Hoffen wir, dass das Leben bald wieder seinen geordneten Gang gehen kann – bis dahin wird es keine weiteren Fahrten von DGEG Bahnreisen geben können. | Foto Winfried Rauschkolb

Neustadt kennen Sie natürlich, Neustadt an der Weinstraße: DGEG-Museum und das Kuckucksbähnel ins Elmsteiner Tal. Kennen Sie aber auch Neustadt? Neustadt in Holstein? Die ganze Geschichte der Eisenbahn in und um Neustadt in Holstein samt der sehr besonderen Betriebssituationen wird in zwei Teilen in unserer Zeitschrift EisenbahnGeschichte geschildert. | Ansichtskarte Sammlung Rainer Kolbe
Bild der Woche Nummer 69 – Die Post kommt mit der Bahn. Eine leider undatierte Aufnahme vom Pariser Gare Montparnasse zeigt einige Arbeiter, nachdem die Verladung der Postsäcke erledigt ist. Bei den Waggons links und in der Mitte handelt es sich um Postwaggons der Bauart PAz (OCEM) der SNCF in der Version ohne große mittige Ladetüren. Beladen wurde durch die Eingangstüren. | Sammlung Rainer Kolbe
Bild der Woche Nummer 68 – Vor 35 Jahren verschwand die legendäre Baureihe V 200 von den Schienen der DB. Nachdem die letzten Loks zum Ende des Winterfahrplans 1983/84 abgestellt worden waren, erfolgte die Ausmusterung für 220 007, 014, 018, 041 und 065 zum 31. Dezember 1984. Von den fünf letzten Loks landeten zwei im Museum, eine in der Schweiz und zwei in Italien. Auf dem Foto von Dietrich Bothe macht sich die in Lübeck beheimatete 220 018 in Bad Harzburg am 13. August 1982 gerade bereit, um den Heckeneilzug E 3230 für die Fahrt über Wolfenbüttel, Braunschweig, Isenbüttel-Gifhorn, Wittingen, Uelzen, Lüneburg, Büchen und Lübeck nach Kiel zu übernehmen. Heute kann die Lok im Technikmuseum in Berlin bewundert werden. | Foto: Dietrich Bothe
Am 30. November 1984 wurden die letzten drei Einheiten der Baureihe 432 bei der DB ausgemustert, nachdem ihre drei Schwesterzüge bereits ein Jahr vorher dieses Schicksal erlitten. Damit waren bis auf die Baureihe 425 und den Aussichtstriebwagen 491 001 alle Vorkriegs-Wechselstrom-ET von den Gleisen der DB verschwunden. Die sechs ET 32-Züge waren 1950 aus vier dreiteiligen ET 31 umgebaut worden. Dabei wurden jeweils zwei Wagen der Spenderzüge mit umgebauten ES 25 zusammengestellt und vier dreiteilige und zwei zweiteilige – diese mit getrennt laufenden Steuerwagen – gebildet. Dadurch ergab sich die kuriose Situation, dass die sechs Züge drei unterschiedlichen Varianten angehörten. 1964 wurden alle Züge modernisiert.
Das Foto von Dietrich Bothe zeigt 432 201 + 832 201 + 432 501 als 4272 aus Roth am 15. August 1981 in Nürnberg Hbf.

Bild der Woche Nummer 66 – Das Foto entstand bei der DGEG-Studienreise „Ultimate Western Steam Spectacular“ (17. September bis 7. Oktober 2011) an der Strecke der Virginia & Truckee Railroad zwischen Virginia City und Gold Hill. Es handelt sich dabei um das wiederaufgebaute Reststück der V&T-Strecke von Virginia City über Carson City (Hauptstadt von Nevada) in die „Spielerstadt“ Reno, der kleinen Schwester von Las Vegas.
Der Zug besteht aus den Wagen 101 „Carson City“ und 102 „Gold Hill“, es zieht die Lok 18 der V&T, gebaut 1914 von Baldwin unter der Nr. 41709, Achsfolge 2-8-2 „Mikado“ (auf deutsch 1'D1'). | Aufnahme von Jürgen Pfeiffer am 20. September 2011

Bild der Woche Nummer 65 – Mit der vorläufigen Abnahme der 111 222 am 11. Dezember 1984 endete vor fünfunddreißig Jahren bis auf weiteres bei der DB die Beschaffung von E-Loks mit Wechselstrom-Fahrmotoren. Ab Ende 1987 folgte die Beschaffung von Drehstrom-Loks der Baureihe 120, deren Vorserienexemplare 1979/80 in Dienst gestellt worden waren. Diese sind die technischen Urahnen aller heutigen E-Lok-Bauarten.
Tatsächlich kehrte die DB aber 1992 noch einmal zur Beschaffung von E-Loks mit Wechselstrom-Fahrmotoren zurück, als sie gemeinsam mit der DR 90 Serienloks der Baureihe 112 beschaffte, die je zur Hälfte von DB und DR bestellt wurden. 30 Loks wurden vor der Fusion zur DB AG von der DB in Dienst gestellt.
Das am 9. August 2005 München Hbf. von Dietrich Bothe aufgenommene Foto zeigt die 111 222 im verkehrsroten Design der DB AG. Heute fährt die Lok bei RailAdventure in einem etwas gewöhnungsbedürftigen grauen Outfit mit hellgrauen Stirnfronten.

Bild der Woche Nummer 64 (Ergänzungen) – Am Samstag, den 14. Dezember, wird auf der Vogelfluglinie zum letzten Mal ein Zug auf ein Fährschiff verladen. Während der Eisenbahn-Güterverkehr zwischen Deutschland und Skandinavien bereits seit 1997 ausschließlich über Flensburg und Padborg abgewickelt wird, werden im Personenverkehr noch einige wenige EuroCity-Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen trajektiert. Dabei handelt es sich um dreiteilige IC3-Triebwagen der DSB.
Die Vogelfluglinie ist die direkte Bahn- und Straßenverbindung zwischen den Großräumen Kopenhagen und Hamburg, die über die Inseln Fehmarn, Lolland, Falster und Seeland verläuft und zwischen Puttgarden und Rødbyhavn eine 19 km lange Fährverbindung über den Fehmarnbelt einbezieht. Einhundert Jahre nach den ersten konkreten Plänen wurde die Vogelfluglinie 1963 vom dänischen König Frederik IX. und dem deutschen Bundespräsidenten Heinrich Lübke eröffnet. Für Jahrzehnte war die Vogelfluglinie ein vielbeworbenes Aushängeschild der europäischen Eisenbahnen. Züge von Rom und Port Bou, von Paris und Hoek van Holland nach Dänemark und Schweden wurden hier auf Schiffe verladen.
Trajektverkehr ist rar geworden. Regelmäßigen Eisenbahnpersonenverkehr per Schiff gibt es in Europa nur noch über die Straße von Messina; im Sommer verkehrt über Saßnitz und Trelleborg der Berlin-Night-Express von Berlin nach Schweden.
Ansichtskarte (Puttgarden), Briefmarken, Werbekarte: Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 64 – Am Samstag, den 14. Dezember, wird auf der Vogelfluglinie zum letzten Mal ein Zug auf ein Fährschiff verladen. Während der Eisenbahn-Güterverkehr zwischen Deutschland und Skandinavien bereits seit 1997 ausschließlich über Flensburg und Padborg abgewickelt wird, werden im Personenverkehr noch einige wenige EuroCity-Züge zwischen Hamburg und Kopenhagen trajektiert. Dabei handelt es sich um dreiteilige IC3-Triebwagen der DSB.
Die Vogelfluglinie ist die direkte Bahn- und Straßenverbindung zwischen den Großräumen Kopenhagen und Hamburg, die über die Inseln Fehmarn, Lolland, Falster und Seeland verläuft und zwischen Puttgarden und Rødbyhavn eine 19 km lange Fährverbindung über den Fehmarnbelt einbezieht. Einhundert Jahre nach den ersten konkreten Plänen wurde die Vogelfluglinie 1963 vom dänischen König Frederik IX. und dem deutschen Bundespräsidenten Heinrich Lübke eröffnet. Für Jahrzehnte war die Vogelfluglinie ein vielbeworbenes Aushängeschild der europäischen Eisenbahnen. Züge von Rom und Port Bou, von Paris und Hoek van Holland nach Dänemark und Schweden wurden hier auf Schiffe verladen.
Trajektverkehr ist rar geworden. Regelmäßigen Eisenbahnpersonenverkehr per Schiff gibt es in Europa nur noch über die Straße von Messina; im Sommer verkehrt über Saßnitz und Trelleborg der Berlin-Night-Express von Berlin nach Schweden. | Ansichtskarte (Puttgarden): Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 63 – Am 3. Dezember 1969 wird die letzte Länderbahn-Schnellzuglok der DB ausgemustert. Es handelt sich um die 1920 bei Maffei gebaute ehemals badische IVh 1011, die bei der Reichsbahn die Nummer 18 323 erhielt. Die Lok war, wie ihre anderen 19 Schwestern auch, bereits 1948 ausgemustert worden. 1950 ließ sie der Leiter des Lok-Versuchsamtes Göttingen, Theodor Düring, für den Versuchsdienst aufarbeiten. Es folgten 18 316 und 18 319, die später noch um die bayerische 18 505 ergänzt wurden und im nach Minden verlegten Versuchsamt Dienst taten. 18 323 war in diesem Reigen nicht nur die erste, sondern auch die letzte, die in den Jahren 1966 bis 1969 zahlreiche Sonderfahrten für Eisenbahnfreunde absolvierte.
Am 2. September 1966 hat Gerhard Bothe die gut gepflegte Lok bei bestem Fotolicht im Bw Minden festgehalten. Heute ist die Lok in Offenburg erhalten. Die Schwesterlok 18 314 gelangte übrigens 1948 zur Versuchsanstalt in Halle (Saale), wo sie einem bemerkenswerten Umbau unterzogen und schließlich 1972 ausgemustert wurde. | Foto Sammlung Dietrich Bothe

Mit seiner Abnahme am 19. November 1974 nahm vor 45 Jahren mit dem Zug 472 001, 473 001, 472 501 die dritte Generation von Gleichstromtriebwagen der Hamburger S-Bahn ihren Dienst auf. Nachdem 1908 der Wechselstrombetrieb zwischen Blankenese und Ohlsdorf aufgenommen worden war, wurde in den 1930er Jahren die Umstellung auf Gleichstrom beschlossen, die ab 1940 mit der Baureihe ET 171 realisiert wurde (gebaut bis 1958). Wegen des Zweiten Weltkrieges konnte die Umstellung erst 1955 vollendet werden. Von 1959 bis 1970 wurden 45 Triebzüge der neuen Baureihe ET 170 in Dienst gestellt. Ab 1974 folgte dann in 62 Einheiten die Baureihe 472, die auch heute noch im Einsatz ist. Von den Vorgängerbaureihe unterscheidet sich der 472 durch den angetriebenen Mittelwagen 473. Beibehalten wurde hingegen die Ausstattung mit 1. Klasse im gesamten Mittelwagen. Ab Herbst 2000 wurde die 1. Klasse allerdings abgeschafft.
Das Foto von Dietrich Bothe zeigt 472 001 als S 3 nach Pinneberg am 24. Juli 1995 in Hamburg-Altona. Der Wagen trägt noch die ursprüngliche Lackierung im gegenüber der gebräuchlichen Aufteilung inversen blau/beige-Farbschema.

Bild der Woche Nummer 61 - Von Oktober 1962 bis Dezember 1969 war bei der DB auf Mietbasis ein ungewöhnlicher Exot im Einsatz. Statt des hierzulande üblichen dieselhydraulischen Antriebs hatte diese von Henschel und SSW gebaute DE 2000 einen dieselelektrischen Antrieb, den es bei der DB sonst nur noch bei den von der Wehrmacht stammenden V 188-Doppelloks und der von Krupp und AEG 1964 gebauten ME 1500, die ebenfalls mietweise bis 1969 bei der DB eingesetzt war. Während die DE 2000 1968 zur 202 001 wurde, bekam die ME 1500 die Nummer 201 001. Beide Loks wurden nach der Rückgabe an die Hersteller Anfang der 1970er Jahren an die WLE verkauft. Dort wurden sie zu DE 0901 (ME 1500) und DE 0902 (DE 2000). Während erstere heute bei der Südostbahn in der Schweiz fährt, wurde letztere nach einem schweren Schaden verschrottet. Am 23. September 1967 machte die Lok mit E 542 von Braunschweig nach Köln in Herford Halt, als Gerhard Bothe sie fotografierte. Bereits 1971 übrigens bekam die Baureihe 202 Nachwuchs durch die drei von Henschel und BBC gebauten Drehstromloks DE 2500, die mit ihrem Antrieb den Lokbau revolutionierten und die Urahnen aller modernen E-Loks darstellen. | Sammlung Dietrich Bothe
Bild der Woche Nummer 60 – Vom 3. bis 13. Oktober 2019 war eine Reisegruppe der DGEG unterwegs im ehemaligen Jugoslawien. Dabei sind einige interessante Bilder entstanden. Unser heutiges Bild der Woche, aufgenommen am 8. Oktober, zeigt den DGEG-Sonderzug auf der Mala-Rijeka-Brücke. Das von 1969 bis 1973 errichtete eingleisige Brückenbauwerk überspannt zwischen den Bahnstationen Kolašin und Bioče das tief eingeschnittene Tal des Flusses Mala Rijeka. Auf beiden Seiten der Brücke geht die Strecke gleich in Tunnel über. Die Brücke ist fast 499 Meter lang und bis zu 198 Meter hoch – die höchste Eisenbahnbrücke Europas! | Foto: Winfried Rauschkolb
Bild der Woche Nummer 59 – Am 30. September 1984 wurde 144 081 als letzte E 44 der DB ausgemustert. Damit endete in Westdeutschland die Ära dieser Urahnin der modernen laufachslosen E-Lok mit Einzelachsantrieb, deren erste 1930 auf die Schienen gestellt wurde. Die Stuttgarter 144 081 war bereits im Mai 1983 z-gestellt worden, während in Würzburg die letzten aktiven Schwestern noch bis Ende März 1984 Dienst taten. Bei der Deutschen Reichsbahn dauerte der Einsatz sogar noch bis 1991.
Die Aufnahme von Dietrich Bothe zeigt 144 081 in Sindelfingen mit dem Pendlerzug 30905 nach Böblingen am 13. September 1979. Vermutlich werden etliche Mitarbeiter des im Hintergrund zu sehenden Werkes eines Herstellers von Luxusautos im Zug mitfahren.

Bild der Woche Nummer 58 – Am 19. September 1969 wurde 99 651 als letzte Schmalspur-Dampflok der DB ausgemustert. Die fünfzig Jahre zuvor als Gelegenheitskauf von der Sächsischen Staatsbahn erworbene Lok war ursprünglich von der Heeresfeldbahn bestellt worden, kam aber für den Kriegseinsatz zu spät. Die 15 gebauten Loks landeten als 99 641 bis 99 655 bei der Reichsbahn. Ihnen folgten von 1923 bis 1927 noch 47 Nachbauloks als 99 671 bis 717. Etliche Loks der Nachbauserie, aber auch einige der Ursprungsausführung landeten in Württemberg und verblieben so bei der DB. Dazu gehörte auch 99 651, die lange Jahre auf der Bottwartalbahn heimisch war. Nachdem 1964 die V 51 903 geliefert und zum Winterfahrplan 1966 der Personenverkehr eingestellt worden war, diente sie nur noch als Reserve. Mit Einstellung des Güterverkehrs Ende 1968 ging sie für die letzten Monate noch zur Federseebahn.
Das am 10. August 1967 entstandene Bild zeigt sie im Lokschuppen von Beilstein abgestellt, während V 51 903 an diesem Tag den Güterverkehr erledigte. Nachdem 99 651 viele Jahre in Steinheim an der Murr als Denkmal aufgestellt war, befindet sie sich mittlerweile beim Öchsle und schaut hoffentlich einer gesicherten Zukunft entgegen. | Foto: Gerhard Bothe, Sammlung Dietrich Bothe


Bild der Woche Nummer 57 – Wer im Norden wohnt, zum Beispiel in Hamburg, der blickt manchmal etwas neidisch nach Berlin. Die Zahl der Veröffentlichungen über die Geschichte der Berliner Eisenbahnen ist doch größer als die Zahl der Veröffentlichungen über die Geschichte Hamburger Eisenbahnen ...
Da kommt ein Kalender der besonderen Art ganz recht: Er zeigt 53 historische Ansichtskarten mit den Bahnhöfen der Stadt. Dazu gehörten nicht nur die bekannten wie Hauptbahnhof, Altona, Dammtor und Harburg, sondern auch Bahnhöfe der Hochbahn und der Vorortsbahn und die kleineren Bahnhöfe etwas weiter draußen.
Das informative Vorwort, eine chronologische Übersicht über die Geschichte der Eisenbahn in Hamburg und Woche für Woche zahlreiche historische Daten machen den Kalender über den Tag hinaus interessant. Der Kalender kostet 20 Euro und kann in jeder Buchhandlung bestellt werden. | Ansichtskarten: Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 56 – Vor siebzig Jahren sandte Professor Dr. Friedrich Edmund Frohne als Direktor der Verwaltung Verkehr an die Hauptverwaltung der Deutschen Reichsbahn im Vereinigten Wirtschaftsgebiet folgende Nachricht: "Mit Wirkung von 7. September 1949 wird die Bezeichnung Deutsche Reichsbahn im Vereinigten Wirtschaftsgebiet in Deutsche Bundesbahn geändert." Dies fand seinen offenkundigen Niederschlag in der veränderten Beschilderung zum Beispiel an den Lokomotiven, aber natürlich auch in den Bezeichnungen der Behörden und den Dienstbezeichnungen der Beamten. Weitere Festlegungen wurden durch das Bundesbahngesetz getroffen, welches am 1. Juli 1952 in Kraft trat. De Berühmte DB-Keks wurde erst 1955 eingeführt.
Das Foto von Carl Bellingrodt zeigt die gerade mit Neubaukessel ausgerüstete ehemalige Stromlinienlok 01 1001 am 2. Juni 1954 in Offenburg mit der ab 1949 gültigen Eigentumsbezeichnung. Die Beheimatungsanschriften lauten ED Karlsruhe und Bw Offenburg; eigentlich war die Bezeichnung ED für Eisenbahndirektion seit 1952 durch BD für Bundesbahndirektion ersetzt worden. Aus Gründen der Sparsamkeit wurde das alte Schild auch bei der Hauptuntersuchung der Lok nicht ausgetauscht.

Bild der Woche Nummer 55 – So hätte der dampf-betriebene Schnellverkehr der Deutschen Reichsbahn vor 80 Jahren aussehen können, nachdem am 30. August 1939 mit 01 1001 die erste stromlinienverkleidete Lok ihrer Baureihe an die Reichsbahn abgeliefert wurde. Mit 205 bestellten Exemplaren sollte neben den bekannten fliegenden Zügen der hochwertige Schnellverkehr betrieben werden. Nur 55 Loks wurden tatsächlich gebaut, die anderen zu Gunsten von „kriegswichtigen“ Güterzugloks storniert. Nur der Erstling kam noch wenige Tage vor Kriegsbeginn in Dienst, alle weiteren, wie auch die sechzig leichteren 03.10, wurden erst 1940/41 in Betrieb genommen. Zu dem Zeitpunkt war der Schnellverkehr längst suspendiert und die für hohe Geschwindigkeiten wichtige Verkleidung obsolet und in den meisten Fällen auf Rudimente zurück gebaut.
Erst mit Neubaukesseln und teilweise Ölfeuerung ausgerüstet erbrachten die bei der DB verbliebenen 54 Loks endlich die Höchstleistungen, für die sie gebaut waren. 1975 wurden die letzten Loks in Rheine abgestellt. Etliche überlebten in Museen. 01 1102 stand jahrelang in ihrer vorübergehenden Heimat in Bebra auf dem Denkmalsockel, ehe sie 1996 wieder in Betrieb genommen werden konnte. Zuvor war sie - durchaus umstritten - wieder mit einer Stromlinienverkleidung ausgerüstet worden. Unmittelbar nach der Inbetriebnahme ist die Lok hier mit einem Sonderzug von Bebra nach Braunschweig am 3. März 1996 bei Warburg unterwegs. Um den nostalgischen Eindruck der Aufnahme zu unterstreichen wurde die Oberleitung im Bild genauso entfernt, wie das Wappen der Stadt Bebra am Tender. Heute befindet sich die nicht mehr betriebsfähige Lok im Süddeutschen Eisenbahnmuseum in Heilbronn. | Foto: Dietrich Bothe

Vor sechzig Jahren beschloss die DB im August 1959 eine Spezifizierung des bereits vorher weitgehend angewendeten Farbschemas. Dabei wurde festgelegt, dass E-Loks über 120 km/h Höchstgeschwindigkeit zukünftig einen blauen Lokkasten, langsamere einen grünen erhalten sollten. Dieselloks, Triebwagen und Rangierloks sollten rot lackiert sein.
Im Vorgriff darauf wurde nach 71 in stahlblauer Lackierung gelieferten E 41 die E 41 072 im April 1959 in flaschengrüner Lackierung in Dienst gestellt; die Baureihe hatte nämlich eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h. Später wechselte die grüne Farbe zu chromoxidgrün. Während die E 41 also von blau zu grün wechselte, war es bei den E 18 umgekehrt. Die ehemals schwarzen Kleinloks wurden rot lackiert, wohingegen die V 20 und V 36 ihre schwarze Lackierung behielten. Die Umlackierung dauerte bis in die 1970er Jahre hinein, als mit blau/beige bereits ein neues Farbkonzept auf dem Weg war.
E 41 072 wurde übrigens im Jubiläumsjahr 1985 bei den berühmten Nürnberger Fahrzeugparaden und der Bochumer Ausstellung präsentiert. Später wurde sie, weil noch weitgehend im Ursprungszustand, als Museumloks im Betriebsbestand deklariert. Trotzdem wurde sie nach ihrer 1999 erfolgten Ausmusterung verschrottet.
Auf dem Bild verlässt die Lok etwa acht Wochen vor ihrer Z-Stellung am 17. September 1998 mit dem aus Reichsbahnwagen gebildeten SE 97628 nach Hildesheim den Braunschweiger Hauptbahnhof, der übrigens im Jahr 2020 sein sechzigstes Betriebsjubiläum feiert.
Foto: Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 53 – Diese leider undatierte, weil nie abgeschickte Ansichtskarte zeigt mit der „Totalansicht“ sehr schön die herausragende Bedeutung der Eisenbahn für die Stadt Bebra. Empfangsgebäude und Lokschuppen sind großzügig dimensioniert und nehmen einen nicht unerheblichen Teil der Stadt für sich in Anspruch. Wer genau hinschaut: Die Brücke im nördlichen Teil des Bahnhofes über alle Gleise hinweg (Gilfershäuser Straße) ist zu sehen. Und ganz klein im Hintergrund entschwindet gerade ein Zug Richtung Eschwege.
Wir dürfen aus diesem Anlass auf das Buch Bahnhof Bebra von Peter Kehm hinweisen, das in diesem Sommer bei DGEG Medien erschienen ist. Auf 200 Seiten wird die ganze Geschichte des großen Bahnknotens erzählt und ausführlich mit Bildern, Karten und Gleisplänen dokumentiert. Mehr über das Buch finden Sie auf der Verlagsseite. [https://shop.dgeg-medien.de/0-1574-Bahnhof-Bebra]
Ansichtskarte Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 52 – Am 4. August 1959 wurde mit E 71 28 die letzte Lok ihrer Baureihe bei der DB im Bw Haltingen ausgemustert. Nach drei 1914 bei der KPEV in Dienst gestellten Loks wurden – verzögert durch den Ersten Weltkrieg – weitere 24 Exemplare erst 1920/21 gebaut, was sie zur ersten in Serie gebauten E-Lok-Konstruktion in Deutschland macht. Neun Loks landeten bei der DB und taten Dienst auf der im Schweizer Grenzgebiet gelegenen Wiesen- und Wehratalbahn, ehe die letzten zum Sommerfahrplan 1958 von E 32 abgelöst wurden. E 71 28 wurde bis zu ihrer z-Stellung am 5. Dezember 1958 als Reservelok vorgehalten.
Immerhin drei Exemplare überlebten als Museumsloks. E 71 19 im DB-Museum, E 71 28 im Deutschen Technikmuseum in Berlin und E 71 30 im Verkehrsmuseum Dresden. Ein Triebgestell der E 71 13 befindet sich im Pfalzbahnmuseum der DGEG in Neustadt an der Weinstraße. Das Bild der E 71 28 wurde am 7. Oktober 1985 bei der großen Jubiläumsausstellung in Bochum-Dahlhausen aufgenommen. Übrigens wurde vor fünfzig Jahren am 1. August 1969 das zuvor selbstständige Bw Bochum-Dahlhausen zu einer Außenstelle des Bw Essen Hbf degradiert. Zu der Zeit hatte die DGEG bereits einen Teil ihrer Sammlung im dortigen Lokschuppen hinterstellt.

Bild der Woche Nummer 51 – Am 10. Juli 1969 – also vor fünfzig Jahren – wurde 18 505 als letzte bayerische S 3/6 bei der DB ausgemustert. Nachdem die erste S 3/6 am 16. Juli 1908 angeliefert worden war, endete die S 3/6-Ära also nach ziemlich genau 61 Jahren. 18 505 wurde noch unter der bayerischen Nummer 3706 am 16. Mai 1924 von der Deutschen Reichsbahn, Gruppenverwaltung Bayern beim Bw Nürnberg Hbf in Dienst gestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg war sie ab 1955 beim Versuchsamt in Minden tätig; für diesen Dienst wurde sie mit einem fünfachsigen Tender der Baureihe 45 ausgestattet. Bereits am 20. Mai 1967 wurde sie z-gestellt. Als letzte im Regeldienst eingesetzte S 3/6 in Originalversion wurde 18 528 bereits 1963 ausgemustert, die letzte Umbaulok war die 1966 ausgemusterte 18 622.
Wie den meisten Eisenbahnfreunden bekannt ist, wurde 18 505 nach ihrer Ausmusterung in die Fahrzeugsammlung der DGEG übernommen und kann heute – wieder mit einem bayerischen Tender ausgerüstet – im Pfalzbahnmuseum in Neustadt an der Weinstraße bewundert werden.
Das Foto zeigt die Lok noch in Diensten des Versuchsamtes am 2. September 1966 im Bw Minden. Foto: Gerhard Bothe, Sammlung Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 50 – Mit einer letzten Zugleistung am 25. Juli 1979 und der folgenden z-Stellung endete vor vierzig Jahren der Einsatz der Baureihe E 16. Die zwischen 1926 und 1933 in drei Serien bei Krauss und BBC gebauten 21 Loks waren die einzigen deutschen E-Loks mit dem Buchli-Antrieb der in der Schweiz und Frankreich in wesentlich größerer Zahl gebaut wurde. Bei diesem Antrieb befinden sich auf der einen Lokseite große Getriebekästen für die Übertragungseinrichtung der Antriebskräfte vom Motor auf den Radsatz; auf der anderen Lokseite sind die offenen Radsterne sichtbar.
Die E 16 standen in Deutschland immer im Schatten der mit dem lizenzfreien AEG-Federtopf-Antrieb ausgerüsteten E 04, E 17, E 18 und E 19 sowie E 21, die zwischen 1927 und 1954 in insgesamt 132 Exemplaren gebaut wurden (darin eingerechnet sind acht 1940 gebaute österreichische E 18), obwohl die Fahreigenschaften der Buchli-Loks den AEG-Loks überlegen waren.
E 16 11 und 13 mussten als Kriegsverluste ausgemustert werden, E 16 12 schied 1967 nach einem Unfall aus. Die restlichen 18 Loks wurden bis auf 116 009 zwischen 1973 und 1978 ausgemustert. 116 009 verdingte sich ab März 1978 als Reservelok, ehe auch sie vor vierzig Jahren abgestellt wurde. Immerhin sind mit E 16 03, 07, 08 und 09 vier Exemplare erhalten geblieben, die allesamt der Erstlieferung von 1926/27 entstammen. Das Bild zeigt die „antriebsfreie“ Seite der 116 009 am 8. September 1979 im Bw Freilassing. | Foto: Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 49– Vor vierzig Jahren endete mit der Abnahme von 218 499 am 21. Juni 1979 und ihrer Indienststellung beim Bw Lübeck die Beschaffung von Dieselloks durch die DB. Nur fünf Mietloks der Baureihe 259 verschiedener Hersteller und drei sechsachsige Mietloks der Baureihe 240 sollten bis zur Bahnreform noch neu auf den DB-Gleisen erscheinen.
218 499 markiert gleichzeitig auch das Ende der Beschaffung der größten Baureihenfamilie an Streckendieselloks der DB, an deren Anfang die 1960 bei Krupp gebaute V 160 001 steht. Unter den insgesamt 808 Exemplaren befanden sich unter anderem auch die Gasturbinenloks V 169 001 und 210 001 - 008. 218 499 ist übrigens auch 2019 noch aktiv. Das Bild zeigt die gerade einmal gut zwei Jahre alte Lok am 31. August 1981 in Lübeck Hbf. | Foto: Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 48 – Wie in Bebra (BdW 35) hat auch der Gastronom in Wörgl auf dem Bahnsteig ein langes Buffet aufgebaut für eilige Reisende, die sich während eines kurzen Zwischenaufenthalts mit dem Notwendigsten versorgen wollen. Wir möchten mit dieser alten Ansichtskarte auf das Buch „In der Bahnhofsgaststätte. Ein literarisches Menü in zwölf Gängen“ von Guido Fuchs aufmerksam machen: In in der Literatur leben sie fort, die wunderbaren Bahnhofsrestaurants, Stätten kulinarischen Genusses oder gemütliche Orte eines gut gezapften Bieres. Dazu gehören Begegnungen und Trennungen, Sehnsüchte und Fluchten. Kein schnell zusammengeschustertes halbgares Werk, sondern eine liebevoll akribische Zusammenstellung dessen, was die Literatur zum Thema hergibt. Ein großartiger Beitrag zum Thema Reisekultur. | Sammlung Guido Fuchs
Bild der Woche Nummer 47 – Auch 2019 hatte Winfried Rauschkolb von DGEG Bahnreisen wieder ein interessantes Programm für die Jahrestagung ausgearbeitet, das inklusive einem mehrtägigen Vorprogramm satte neun Tage Eisenbahnerlebnis brachte.
Am 1. Mai stand die Bereisung der Strecken der Linzer Lokalbahn an. Zunächst ging es mit den beiden von der Grazer Waggonfabrik gebauten Triebwagen ET 23.001 der Lokalbahn Linz–Eferding–Waizenkirchen, Baujahr 1920, und ET 24.001 der Lokalbahn Lambach–Vorchdorf–Eggenberg, Baujahr 1932, von Prattsdorf nach Leonding und zurück nach Eferding. Im Bahnhof Alkoven wartet das Gespann die Kreuzung mit einem Planzug ab.

Bild der Woche Nummer 46 – Auch 2019 hatte Winfried Rauschkolb von DGEG Bahnreisen wieder ein interessantes Programm für die Jahrestagung ausgearbeitet, das inklusive einem mehrtägigen Vorprogramm satte neun Tage Eisenbahnerlebnis brachte.
Auf der 13 Kilometer langen Strecke Alt Nagelberg–Heidenreichstein der Waldviertelbahn ist der Waldvierteler Schmalspurbahnverein tätig. Hier zuckelt die 1940 gebaute Diesellok 2091.09 mit ihrem urigen PmG am 29. April bei Aalfang durch den regentrüben Nachmittag. | Foto: Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 45 – Auch 2019 hatte Winfried Rauschkolb von DGEG Bahnreisen wieder ein interessantes Programm für die Jahrestagung ausgearbeitet, das inklusive einem mehrtägigen Vorprogramm satte neun Tage Eisenbahnerlebnis brachte.
Die Überbrückung des Kamptales in Zwettl war 1905/06 eine technische Pionierleistung. Ähnlich war es bei der Generalsanierung 1998/99, als die alten Überbauten durch eine neue Konstruktion ersetzt wurden. Bei bestem Frühlingswetter macht 92.2271 am 28. April mit ihrem hübschen Nebenbahnzug aus Spantenwagen eine Fotofahrt über den Viadukt. Kurz darauf wird die reguläre Fahrt bis Waldhausen absolviert, nachdem vorher bereits die Strecke nach Schwarzenau befahren worden war. | Foto: Dietrich Bothe

Bild der Woche Nummer 44 – Alt und neu: Der Schienenbus 798 / 998 der Passauer Eisenbahnfreunde e.V. trifft in Deggendorf Hbf. auf den 650 655 der Waldbahn. – Die Sonderfahrt nach Viechtach und Bayerisch Eisenstein im Rahmen der Jahrestagung der DGEG in Passau verlief wenig glücklich. Wegen eines Personenunfalls musste der Zug mit Eisenbahnfreunden fast drei Stunden in Plattling auf die Freigabe der Strecke in den Baeyrischen Wald warten. Vom umfangreichen Programm blieb dann nur die Fahrt nach Viechtach durch das allerdings ausgesprochen malerische Tal des Schwarzen Regens übrig. | Foto: Rainer Kolbe
Bild der Woche Nummer 43 – In Köthen ist bis zum Sommer noch dichter Eisenbahnbetrieb zu sehen. Dann wird der Betrieb stark eingeschränkt und der Bahnhof umgebaut – bis er in vermutlich deutlich veränderter Gestalt wieder eröffnet wird. | Das Bild von Wolfgang Klee ist dem Beitrag „Blumenberg – und all die anderen“ in der EisenbahnGeschichte, Heft 92, entnommen.
Bild der Woche Nummer 42 – Der 10. Mai 1869 gilt als der Tag, an dem die erste amerikanische Transkontinentalbahn eröffnet wurde. Aber so einfach ist es nicht ... Den ausführlichen - auch ausführlich bebilderten! - Beitrag „Der letzte Schlag - daneben!“ von Günter Krause lesen Sie im aktuellen Heft unserer Zeitschrift EisenbahnGeschichte. Das diesem Artikel entnommene Bild zeigt Lok 117 der UPRR (Union Pacific Railroad) mit einer Caboose in Ogden.
Bild der Woche Nummer 41 – Im Februar 1991 verlässt 132 008 Bebra Rbf in Richtung Eisenach. Wohl um Kosten zu sparen wurde dieses Gleispaar nicht an die 1995 erneuerte Stammstrecke bei Weiterode angeschlossen, sondern abgerissen. Das war wohl der Anfang vom Ende des Rbf Bebra. Güterzüge aus dem Rbf nach Osten müssen seitdem erst Richtung Lispenhausen zurückdrücken, um Bebra dann über die Personenzuggleise zu verlassen. | Mehr über den Rbf Bebra in Heft 93 der EisenbahnGeschichte.
Bild der Woche Nummer 40 – So wie auf dem Bild aus dem Jahr 2010 soll es bald wieder sein: Die V 100 1200 ist mit einem historischen Zug unterwegs – hier anlässlich einer Fotofahrt bei der Dampfbahn Fränkische Schweiz (DFS). Nach gut zwei Jahren zäher, oft ärgerlicher Verhandlungen, Bemühungen und ungeduldigen Wartens erhielten wir endlich die lang ersehnte Nachricht, dass der Motor unserer V 100 1200 (DGEG-Standort Würzburg) repariert und fertiggestellt ist. Ein erster Befund noch in der Reparaturwerkstatt in Bremerhaven führte zu keinen Beanstandungen, so dass der Motor nach Würzburg gebracht werden konnte. Nach Wiedereinbau und Wiederherstellung aller Anschlüsse und Verbindung zum Getriebe werden erste Probeläufe und die anschließenden Hochtastfahrten zeigen, ob und wie erfolgreich die Reparatur war. | Foto: Helmuth Hombach (10. Juli 2010)
Bild der Woche Nummer 39 – Ein Blick nach Passau: Vom 30. April bis zum 5. Mai bieten wir mit Sonderfahrten, Exkursionen und Vorträgen in und um Passau ein umfangreiches Programm, das auch Nichtmitgliedern der DGEG offen steht. Geplant sind u.a.: Fotofahrt mit einer V 60 und einem GmP auf der Ilztalbahn; Fahrt mit einer V 90 zur Linzer Lokalbahn mit Einsatz von Altbau-Elloks der Lokalbahn; Fahrt mit VT 98 zum Moldaustausee; Fahrt mit V 90 nach Viechtach, Bayrisch Eisenstein, Deggendorf und Landshut. Am 4. Mai findet zudem die jährliche Mitgliederversammlung statt. Wir freuen uns auf Sie! | Ansichtskarte Sammlung Ekkehard Martin
Bild der Woche Nummer 38 – Ein Blick nach Passau: Vom 30. April bis zum 5. Mai bieten wir mit Sonderfahrten, Exkursionen und Vorträgen in und um Passau ein umfangreiches Programm, das auch Nichtmitgliedern der DGEG offen steht. Geplant sind u.a.: Fotofahrt mit einer V 60 und einem GmP auf der Ilztalbahn; Fahrt mit einer V 90 zur Linzer Lokalbahn mit Einsatz von Altbau-Elloks der Lokalbahn; Fahrt mit VT 98 zum Moldaustausee; Fahrt mit V 90 nach Viechtach, Bayrisch Eisenstein, Deggendorf und Landshut. Am 4. Mai findet zudem die jährliche Mitgliederversammlung statt. Wir freuen uns auf Sie! | Ansichtskarte Sammlung Ekkehard Martin
Bild der Woche Nummer 37 – Zur Reise mit der Bahn und mithin zur klassischen Reisekultur gehört auch der Speisewagen. Selbst in Zeiten vorgegarter Mikrowellengerichte wirbt die Bahn mit ihrem „gastronomischen Angebot“. Vor rund 80 Jahren verlief die Werbung in der Gegenrichtung. Mit Ansichtskarten machte die Mitropa auf sich aufmerksam und nutzte das Renommee des Fliegenden Hamburgers: „Schnelltriebwagen mit Mitropa-Bewirtschaftung“. | Sammlung Rainer Kolbe
Bild der Woche Nummer 36 – Lebendige Eisenbahngeschichte besteht zu einem wesentlichen Teil aus historischen Loks und Wagen. Können diese sogar in Betrieb gezeigt werden, kann man also „richtig damit fahren“, werden alte Technik und frühere Reisekultur besonders anschaulich – gerade den Jüngeren, die zum Beispiel Dampfloks nicht mehr als Teil ihres Alltags erinnern.
Alte Fahrzeuge betriebsfähig zu erhalten ist allerdings sehr viel (ehrenamtliche) Arbeit. Allen, die an dieser Art der lebendigen Eisenbahngeschichte mitwirken, sei großer Dank und Respekt geschuldet. Stellvertretend zeigt unser Bild der Woche einen Mitarbeiter des DGEG-Arbeitskreises Neustadt bei der Arbeit an der Lok SPEYERBACH: Die schützende Betonschicht des Rauchkammerbodens wird aufgemeißelt, um die seitlichen Verschraubungen der Rauchkammer freilegen zu können. | Foto: Februar 2019, Jürgen Lemke

Corinna Abramovicz ist mit ihrer Schulklasse auf dem Weg nach Lugano, als ihr Zug im Gotthardtunnel außerplanmäßig zum Stehen kommt. Das Zugpersonal geht zunächst von einer technischen Störung aus. Als aber der Strom ausfällt und das Kommunikationsnetz zusammenbricht, entwickelt sich das Gefangensein im dunklen Tunnel für die 300 Passagiere rasch zum Albtraum. Hans Leister schreibt mit DER TUNNEL einen düsteren, hochspannenden Thriller, der auf beklemmende und faszinierende Weise mit unserer Angst vor dem Kampf ums nackte Überleben spielt.
Bild der Woche Nummer 36 – Der alte Gotthard-Tunnel und Züge mit Fenstern, die man öffnen konnte – lang ist es her. Wirklich? Das Foto entstand auf einer Wanderung an der Gotthard-Nordrampe im August 2015. Der „Wanderweg Gottardo“ führt von Erstfeld am Fuß der Rampe bis zum Nordportal des Gotthard-Tunnels bei Göschenen. Mit Eröffnung des Gotthard-Basistunnels Ende 2015 sind der dichte Zugverkehr auf der Rampe und Züge mit Fenstern, die man öffnen kann, Geschichte.
Doch auch der neue Tunnel ist schon so alt, dass ein Thriller ihn zum Thema hat: DER TUNNEL von Hans Leister, erschienen Anfang 2019.
Und den Bericht von der Wanderung können Sie in der EisenbahnGeschichte Nummer 77 nachlesen. | Foto Rainer Kolbe





















Bild der Woche Nummer 18 – Die Nürnberger 01 177 ist im Juni 1952 auf der Deininger Brücke zwischen Nürnberg und Regensburg unterwegs. Grund dafür sind Messungen des Lok-Versuchsamts. Auf dem Bild sind Messkabel am Gleis zu sehen, die zu einem tragbaren Telefon am Brückengeländer führen, der im Vordergrund sitzende Herr hat einen Hörer am Ohr. Leider konnte bisher nicht ermittelt werden, welchem Zweck die Versuche dienten. – Mehr zum Thema lesen Sie in der aktuellen der DGEG-Zeitschrift EisenbahnGeschichte. | Foto Sammlung Garrelt Riepelmeier
Bild der Woche Nummer 17 – Bei Aufräumungsarbeiten in der Universitätsbibliothek Dortmund ist ein großer Teil des Nachlasses Friedrich Wittes nach 32 Jahren wieder aufgetaucht. Der Nachlass konnte inzwischen ins DGEG-Archiv nach Witten überführt werden, das bereits über etliche Manuskripte von Fachaufsätzen Wittes verfügt. Der Nachlass enthält umfangreiche Dokumente, Aufzeichnungen und Fotos. Er kann als äußerst wertvolle Überlieferung insbesondere zum deutschen Dampflokomotivbau gewertet werden. Friedrich Witte gilt bekanntlich als „Vater der Bundesbahn-Neubaulokomotiven“. Weniger technisch beschlagenen Eisenbahnfreunden ist er zumindest durch die von ihm entwickelten und nach ihm benannten Windleitbleche von Dampflokomotiven bekannt. – Mehr zum Thema lesen Sie im DGEG-Forum in der neuen Ausgabe der DGEG-Zeitschrift EisenbahnGeschichte.
Zum Bild: Ein Jahr nach Ausscheiden aus dem aktiven Dienst erhielt Vizepräsident i.R. Friedrich Witte am 10. August 1966 aus der Hand des BZA-Präsidenten Dr. Lehmann das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. | Abbildung Fischer, BZA Minden, Nachlass Witte

Bild der Woche Nummer 16 – Neuzugang im Eisenbahnmuseum Bochum: Klappkübelwagen waren einst im Ruhrgebiet weit verbreitet. Hier wird er gezogen von einer der Gastloks der Zechenbahntage, der 578 der RBH (Typ Krauss-Maffei M700C). Im Hintergrund wächst das neue Empfangsgebäude. Die Zechenbahntage gehen noch bis zum 23. September. Kommen Sie vorbei! Weitere Infos zu den Zechenbahntagen finden Sie hier (extern). Und mehr über den Klappkübelwagen lesen Sie im DGEG-Forum in Heft 90 der EisenbahnGeschichte. | Foto: Christoph Oboth
Bild der Woche Nummer 15 – Ein weiteres Fundstück der Sammlung Reich: 55 3555 vor einem Zirkuszug! Es ist der Zirkus Krone, der hier unterwegs ist. Das Bild zeigt eine leichte Bewegungsunschärfe, aber eine 55er im Zugdienst ist eher selten und vor allem selten fotografiert worden, so dass die verminderte Qualität des Bildes sicher zu verschmerzen ist ... Ralf Reich fotografierte das bemerkenswerte Gespann am 13. Mai 1965 in Mülheim-Heißen. | Foto: Ralf Reich (DGEG-Archiv)
Bild der Woche Nummer 14 – An die 1874 komplett eröffnete Strecke der „Rheinischen Bahn“ im Ruhrgebiet waren zahlreiche Zechen angeschlossen, so auch die Krupp-Zeche Hannover, die bei ihrer Stilllegung im Frühjahr 1973 das letzte Bergwerk auf damaligem Bochumer Stadtgebiet war. Am Ost-Kopf des Güterbahnhofs Gelsenkirchen-Wattenscheid begegnet uns hier am 12.5.1973 die Lokomotive „Hannover 21“ (letzte von Krupp quasi für den Eigenbedarf 1962 gebaute Dampflok vom Typ „Bergbau“) mit einem Kohlenzug. Im Hintergrund sind die Schächte 3 und 6 der Zeche Hannover in Wattenscheid-Günnigfeld zu erkennen, die als Förderschächte bereits 1932 stillgelegt worden waren, bis zur Stillegung des Bergwerks aber noch zur Bewetterung dienten. Von der Zeche ist heute noch der Malakowturm über Schacht 1 erhalten, der ein Standort des LWL-Industriemuseums ist. Für die „Rheinische Bahn“ ist an dieser Stelle der „Radschnellweg R1“ geplant, der das Ruhrgebiet von Duisburg bis Hamm durchziehen wird, zu großen Teilen auf der Trasse der ehemaligen „Rheinischen Bahn“. | Foto: Volkmar Bischoff
Bild der Woche Nummer 13 – Im Bahnhof Harburg – seiterzeit noch eine eigenständige Stadt an der Elbe, südlich von Hamburg – eröffnete am 1. Mai 1897 mit einem exklusiven Menü das Restaurant Heeschen im Wartesaal 1. und 2. Klasse. Das Restaurant war dem Zeitgeist entsprechend prachtvoll dekoriert, man speiste unter Palmen. Nachdem am Tag der Eröffnung Hummer und Hammelrücken serviert wurden, führte man, wie im täglichen Betrieb deutscher Bahnhofsrestaurants üblich, Gerichte gutbürgerlicher Küche. In einem Reiseführer von 1907 ist zu lesen, dass der Harburger Wartesaal wohl „zu den schönsten seiner Art in Deutschland zählen“ dürfte. Zumindest ist er der einzige erhaltene Bahnhofswartesaal aus dem 19. Jahrhundert im Hamburger Raum!
Im Rahmen des Tags des offenen Denkmals haben Sie am Sonntag, den 9. September, zwischen 12 und 18 Uhr die Gelegenheit, den Wartesaal zu besichtigen. Es führen Mitglieder der DGEG durch die Räume und durch den Bahnhof (Führungen immer ab halb). | Abbildung Sammlung Rainer Kolbe

Bild der Woche Nummer 12 – Die ehemalige Mischanlage der Kokerei Zollverein in Essen-Katernberg beherbergt die große Sonderausstellung zum Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus: „Das Zeitalter der Kohle – eine europäische Geschichte“. Das Essener Ruhr Museum und das Deutsche Bergbaumuseum Bochum widmen der Kohle diese noch bis zum 11. November 2018 laufende Gemeinschaftsausstellung. Im „Skulpturenpark“ vor dem Ausstellungsgebäude befinden sich zahlreiche moderne Großgeräte des Bergbaus, darunter auch zwei Gruben-Lokomotiven. Der Zugang zum Ausstellungsgebäude erfolgt über eine Standseilbahn, die sich in der Bandbrücke verbirgt. | Foto: Reinhold Budde
Bild der Woche Nummer 11 – Neuer alter Bahnhof in Elmstein: Nach etwa einjähriger Bauzeit wurde im Rahmen einer kleinen Feierstunde Mitte Mai in Elmstein der fast originalgetreue Neubau des Bahnhofsgebäudes eingeweiht. Der Neubau war erforderlich geworden, da Dach sowie tragende Teile des ursprünglichen Empfangsgebäudes – einer Holzkonstruktion aus dem Jahre 1908 – so stark durch Feuchtigkeit in Mitleidenschaft gezogen worden waren, dass aus wirtschaftlichen Gründen nur ein kompletter Neubau infrage kam. Es wurde von Anfang an größter Wert darauf gelegt, dass das neue Gebäude den Charakter seines Vorgängers so weit wie möglich bewahrt.
Das ursprüngliche Elmsteiner Empfangsgebäude bildete mit einem Lok- und Güterschuppen sowie einem Toilettenbau die Grundausstattung des Endbahnhofs der Lokalbahn Lambrecht–Elmstein, welche am 23. Januar 1909 eröffnet wurde und auf der heute das Kuckucksbähnel der DGEG fährt.
Das Empfangsgebäude wurde als einfache hölzerne Fachwerkkonstruktion entworfen, die einstöckig auf einem umlaufenden, zum Erdreich hin offenen Sandsteinfundament errichtet wurde und nicht unterkellert war. Ursprünglich war nur der nach Nordwesten gerichtete Gebäudeteil zur Unterbringung des Dienstraums als geschlossener Raum ausgeführt worden, während der Warteraum – ähnlich einer Pergola – halb offen gestaltet worden war. In welchem Jahr und zu welchem Anlass der offene Warteraum durch Anbringung weiterer Wandelemente zur Bahnsteigseite hin vollständig verschlossen wurde, ist nicht bekannt.
Alle Details zum neuen und zum alten Bahnhof lesen Sie im FORUM, Ausgabe 186 in der neuen Ausgabe Nr. 89 unserer Zeitschrift EisenbahnGeschichte. Die oben gezeigte Ansichtskarte stammt aus der Sammlung von Reiner Frank.

Bild der Woche Nummer 10 – Sommerzeit ist Museumszugzeit. Am 7. Juli 2018 fotografierte Reinhold Budde den Museumszug auf der Ruhrtalbahn in der Nähe des Haltepunktes „Ruine Hardenstein“. Im Hintergrund kreuzt die Fähre „Hardenstein“ den Fluss. Aufgrund eines technischen Defektes wurde das beliebte „Schweineschnäuzchen“ an diesem Tag durch 212 039 von Railflex mit zwei Umbauwagen aus dem Museumszug ersetzt.
Bild der Woche Nummer 9 – Aus dem umfangreichen Bestand von Werkfotos der Maschinenfabrik Esslingen im DGEG-Archiv stammt dieses Foto (um 1935), das einen Bezug zum diesjährigen Kohleabschied hat: Die nach der letzten deutschen Kaiserin benannte Gewerkschaft Auguste Victoria – kurz AV – in Marl war das zweitletzte Bergwerk im Ruhrgebiet, es wurde am 18. Dezember 2015 geschlossen. In der dortigen Kokerei befand sich von 1925 bis 1944 eine Kokslöschbahn mit Zahnradbetrieb, die von 1934 bis 1944 mit einer Leiterzahnstange des Systems Riggenbach ausgestattet war. Die beiden baugleichen Lokomotiven (AEG 3024/1925 und 4118/1928) blieben nach der Umstellung auf Reibungsbetrieb noch bis zur Stilllegung der Kokerei im Jahre 1966 in Betrieb.
Bild der Woche Nummer 8 – Das Bild zeigt die „neue“ Schiffbrücke zwischen Karlsruhe (Baden) und Maximiliansau (Bayern), erbaut 1865. Die Brücke ist geöffnet, ein Rheinschiff passiert.
Mehr darüber, was eine Schiffbrücke überhaupt ist und was es mit der neuen (und alten) Rheinbrücke bei Karlsruhe auf sich hat, lesen Sie im Beitrag „Pfälzische Eisenbahnbrücken über den Rhein“ von Wolfgang Kunz im neuen Jahrbuch für Eisenbahngeschichte. | Abbildung Sammlung Kunz

Bild der Woche Nummer 7 – Die mit einem Fahrwerk mit Blindwelle ausgestattete Freilassinger 98 308 trifft der LVA-Fotograf vermutlich in Berchtesgaden an. Der Lokführer, der seinen Dienst auf der Lok alleine verrichtet, freut sich offensichtlich über die Aufmerksamkeit. Bei der Rückansicht der 98 308 ist gut der unmittelbar auf das Feuerloch aufgesetzte Kohlekasten zu erkennen; über einen mittels Zahnsegment zu öffnenden Schieber fällt die Kohle direkt auf den Rost. Die Lokbeschriftung zeigt die Farbanschrift „ED München“; die noch aus Reichsbahnzeiten stammende Heimanschrift „Freilassing“ enthält noch nicht den Vorsatz „Bw“. Das Gattungsschild zeigt die Farbanschrift „L 22.11“. Das Untersuchungsdatum lautet „9.3.51“. – Mehr über den „Glaskasten“ und andere alte Schätzchen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift „EisenbahnGeschichte“ im Beitrag „Beifang in Bayern“. | Abbildung Sammlung Garrelt Riepelmeier
Bild der Woche Nummer 6 – Die rasche Ausbreitung der Eisenbahn im 19. Jahrhundert inspirierte selbstverständlich auch Kunst und Künstler. Als mit dem Zusammenwachsen von Strecken und Netzen auch Fahrten über größere Entfernungen möglich geworden waren, mussten die Reisenden unterwegs verköstigt werden. Vor Erfindung des Speisewagens waren dafür die Bahnhofsrestaurants zuständig, die Züge legten dann einen etwas längeren Halt ein. Dass dieser Halt immer noch zu kurz war, um eine größere Zahl Menschen zu versorgen, hat Wilhelm Busch in seiner Zeichnung „Die Mittagstafel in der Rosenheimer Bahnhofs-Restauration“ dargestellt, möglicherweise nur geringfügig überhöht.
Mehr darüber, was der große Humorist und Dichter Wilhelm Busch (1832–1908) zum Thema Eisenbahn zu sagen und zu zeichnen hat, lesen Sie im Beitrag „Wilhelm Busch und die Eisenbahn“ von Dr. Thomas Palaschewski im neuen Jahrbuch für Eisenbahngeschichte. | Abbildung Sammlung Palaschewski

Bild der Woche Nummer 5 – Eine vielfältige Nummerngeschichte hat die kleine Tenderlokomotive, die 1928 von der Firma Hohenzollern mit der Fabrik-Nr. 4629 gebaut wurde. Ausgeliefert wurde sie mit der Betriebsnummer 80 030 an die Deutsche Reichsbahn-Gesellschaft. Nach ihrer Ausmusterung in Bundesbahn-Diensten gelangte sie 1961 zur Klöckner-Bergbau AG, die sie zunächst als Nr. „4“, ab 1967 als Nr. „9“ auf ihren Zechen im östlichen Ruhrgebiet einsetzte. Ralf Reich fotografierte die Lok am 19.10.1969 in Heeren-Werve. Bei der inzwischen gegründeten Ruhrkohle AG (RAG) erhielt die Lok die Nr. D 724, die sie bis zu Ausmusterung und Abgabe an die DGEG – Museum Bochum-Dahlhausen im Jahr 1974 behielt. Anlässlich des Kohleabschieds 2018 wird die zwischenzeitlich mit einem sog. „Fotografieranstrich“ versehene Maschine derzeit wieder in ihren letzten Zustand bei der RAG zurückversetzt (siehe auch der Bericht in Eisenbahn-Geschichte, Heft 88; im {link seite="http://shop.dgeg-medien.de/0-1563-Eisenbahn-Geschichte-Nr-88"}Shop{/link} ansehen). | Foto: Ralf Reich (DGEG-Archiv)
Bild der Woche Nummer 4 – Ein Fund aus der Sammlung Reich: Als Modell bekannt, hier ein (seltenes?) Bild eines (Behelfs-)Pwghs, die ab 1964 im AW Limburg aus alten „Donnerbüchsen“ umgebaut wurden. Diese Wagen dienten zum Aufenthalt des Zugführers und Begleitpersonales (Rangierer) und dem Transport der Dienstgüter. Gepäck oder andere Güter wurden darin nicht befördert. Zumindest hinter der Baureihe 50 wurden diese Begleitwagen durch Einsatz der Kabinentender überflüssig. Ralf Reich fotografierte 50 316 am 2. Mai 1966 in Unna. | Foto Ralf Reich, Sammlung DGEG-Archiv

Bild der Woche Nummer 2 – Nach der diesjährigen DGEG-Jahrestagung in Chemnitz noch einmal ein Bild aus der drittgrößten Stadt Sachsens: Das markanteste Gebäude der 1930 fertiggestellten Seilablaufanlage war das Befehlsstellwerk auf Höhe des Personenbahnhofes Chemnitz-Hilbersdorf. Es blieb auch nach dem Abriss fast aller Gleise erhalten und wird heute vom Verein „Technikmuseum Seilablaufanlage“ genutzt. – Mehr über Hilbersdorf und die Güterverkehrsanlagen in Chemnitz lesen Sie in der neuen Ausgabe unserer Zeitschrift „EisenbahnGeschichte“, die im Laufe der Woche in den Handel kommt. | Foto: Historische Sammlung der DB AG
Bild der Woche Nummer 1 – Im ehemaligen Betriebswerk der früheren Buschtěhrader Eisenbahn in Lužná u Rakovníka befindet sich ein beeindruckendes Eisenbahnmuseum. Bei der Exkursion im Rahmen der DGEG-Jahrestagung konnten am 3. Mai 2018 unter vielen anderen Exponaten die beiden ČSD-Lokomotiven 524.1110 (1'E1' h2t, Baujahr 1931) und 387.043 (2'C1' h3, Baujahr 1937) vor dem Lokschuppen bewundert werden. | Foto: Dietrich Bothe

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